Vielleicht ist es ja wahr. Vielleicht suchen wir wirklich nur krankhaft nach einem Sinn, der es leichter für uns macht, jeden Morgen aufzustehen und nicht am Ende zu sein. Vielleicht hängen wir genau deswegen so lange an Dingen, die uns längst verlassen haben. Vielleicht leben wir genau deshalb in der Vergangenheit. Vielleicht bleiben wir nur deswegen bei jemandem, der uns ständig verletzt. Aus Angst, es könnte ohne die Person noch viel schlimmer werden. Vielleicht suchen wir einfach nur krankhaft nach etwas, das es wert ist, gefunden zu werden. Etwas, das bleibt. Etwas, das den Tag erträglicher macht. Wir bleiben bei Menschen, die uns verletzen. Die uns jeden Tag auf’s Neue beweisen, dass sie unsere Zeit gar nicht wert sind. Wir weinen Menschen nach, weil sie gegangen sind, wenn wir sie am meisten gebraucht haben. Wir hassen uns selbst dafür, dass eine Person uns so sehr weh getan hat. Letztendlich ist es ihre Schuld, nicht unsere. Und dennoch machen wir uns selbst für dieses Chaos verantwortlich. Trotzdem sind wir es am Ende, die traurig sind, die unglücklich sind. Wir wissen nie, wann es genug ist. Wir hoffen ständig, dass es ein ausschlaggebendes Ereignis gibt, was alles verändert. Wir klammern uns krankhaft an Ereignisse, die uns einmal glücklich gemacht haben und vergessen, etwas für unsere Gegenwart zu tun. Wir versuchen alles mögliche, damit der Schmerz, der danach bleibt, endlich nachlässt. Weiter wissen wir danach auch nicht. Besser geht es uns danach erst recht nicht. Wir küssen Fremde, um die Person, die wir lieben, zu vergessen. Aber wir selbst sind die besten Schauspieler. Nach Außen hin scheinen wir perfekt, so endlos gut gelaunt und glücklich. Wir machen uns Dinge vor, um das Leben erträglicher zu machen, damit der Schmerz zumindest nach so langer Zeit endlich abstumpft. Wir geben vor, glücklich zu sein, während wir am Ende sind und nicht weiter wissen. Wir verdrängen, weil das einfacher ist, als los zu lassen. Wirklich wissen, wo wir hingehören tun wir schon lange nicht mehr und alles, was wir tun, ist warten. Wir wissen nicht mal worauf, aber wir warten. Wir sind immer auf der Suche nach etwas, was unserem Leben einen Sinn gibt. Wir lassen nicht locker, selbst wenn wir wissen, dass uns das, was wir haben nicht glücklich macht. Und das nur, weil wir Angst haben, dass das, was uns wirklich glücklich macht, nie passiert. Dass das Warten auf den Tag, an dem alles besser wird, umsonst war. Dass dieser Tag einfach niemals kommen wird. Ich glaube wirklich, das ist es, warum wir nicht loslassen können.
Wollte nicht mehr über dich schreiben, nie wieder.. und tue es nun doch. Die letzte Nacht war so wichtig. Für mich, für uns. Hätte nie gedacht, dich überhaupt noch einmal zu sehen. Das hat so viel bedeutet. Bist den ganzen Weg mitten in der Silvesternacht zu mir gelaufen, weil ich dich sehen wollte. Dann standest du plötzlich vor mir. Skinny Jeans, Nikes und Snapback - genau wie beim ersten Date. Mein Herz hat so schnell geschlagen. Hätte weinen können, so sehr hab ich mich gefreut. Bin auf dich zugelaufen, du hast mich angegrinst und ich war schon wieder so glücklich. Dir noch ein letztes Mal gegenüber zu stehen, in deine Augen zu schauen und dich in den Arm zu nehmen. Hab immer noch den Geruch deines Parfums in der Nase. Waren uns wieder vertraut wie zuvor. Mit dir zu reden, über alles was war, und alles was noch kommt hat so gut getan. Wir haben beide Pläne - 2017 wird das Jahr der Karriere haben wir uns gesagt. Werden unseren Weg gehen, wenn auch ohne einander. Müssen beide nach vorne schauen, an uns selbst denken und uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Die letzte Umarmung war so schwer für mich. Nicht zu wissen, wann es wieder eine Umarmung geben wird, ob es überhaupt jemals wieder eine geben wird, hat mich innerlich wieder zerstört. Wollte dich garnicht mehr loslassen, hast mir noch einen Kuss auf die Stirn gegeben mit den Worten “ich will das beste für dich, tu das, was dich glücklich macht”. Hatte Tränen in den Augen, wollte das einfach nicht wahrhaben, dass das mit uns nun wirklich zu Ende ist. Ein letzter intensiver Augenkontakt, hab mich auf Zehenspitzen gestellt und dich ein letztes Mal geküsst. Das wars.